Was sind Diuretika?

Bei Diuretika handelt es sich um sogenannte harntreibende Wirkstoffe, die eine Entwässerung des menschlichen Organismus erzielen. Eine durch Diuretika hervorgerufene Wasserausschwemmung geschieht über die Niere. Die Begrifflichkeit leitet sich aus dem Griechischen ab, wo sie so viel bedeutet, wie “eine Beförderung von Urin”.

Herstellung von Diuretika

Die Gewinnung diuretischer Substanzen unterscheidet sich in Abhängigkeit von der vorliegenden Diuretikaform. So kann ein Diuretikum beispielsweise auf chemischen Substanzen oder auch auf Stoffen aus Pflanzen basieren. Hinsichtlich Diuretika, deren Wirkungspotenzial auf chemischen Verbindungen beruht, sind etwa Schleifendiuretika, Thiaziddiuretika und kaliumsparenden Diuretika zu nennen. Zu den Pflanzen, die der Generierung diuretischer Mittel dienen können, zählen unter anderem Brennnessel, Löwenzahn sowie Birke.

Anwendungsgebiete von Diuretika

In der Medizin werden umgangssprachlich auch als Wassertabletten bezeichnete entwässernde Arzneimittel sehr vielfältig eingesetzt. So dienen sie beispielsweise der Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz (einer Schwäche des Herzens) und Niereninsuffizienz mit einhergehenden Flüssigkeitseinlagerungen. Außerdem finden Diuretika auch bei vorliegenden Ödemen (Gewebeschwellungen, die auf Flüssigkeitsansammlungen zurückzuführen sind) oder der Leberzirrhose medizinische Verwendung.

Nicht zuletzt spielen harntreibende Wirkstoffe auch zum Zweck der Behandlung von Vergiftungserscheinungen eine wichtige Rolle – mithilfe der Diuretika ist es bei frühzeitigem Einsatz möglich, aufgenommene giftige Substanzen aus dem Körper zu schwemmen.

Seine ausgeprägte therapeutische Breite entfaltet das Diuretikum nicht nur in der Human-, sondern auch in der Tiermedizin. Die Auswirkung diuretischer Substanzen auf tierische Organismen ähnelt dem Wirkungsspektrum, das beim Menschen erzielt werden kann.

Neben seiner Verwendung als Arzneimittel findet sich das Diuretikum gelegentlich auch im Sportbereich, wo es als Dopingmittel eingesetzt wird und somit die Leistungen von Sportlern (meist auf unerlaubte Weise) steigern soll. Ebenso problematisch stellt sich der Gebrauch von Diuretika auch zwecks gewünschter Gewichtsreduktion dar – ein Missbrauch geht hier mit Gesundheitsgefahren einher.

Nebenwirkungen von Diuretika

Obgleich sich Diuretika bei sachgemäßer und kontrolliert dosierter Anwendung im Regelfall als gut verträglich darstellen, können die harntreibenden Wirkstoffe im menschlichen Organismus verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen. Welche Gestalt entsprechende Nebenwirkungen annehmen, hängt unter anderem von der Form eines eingenommenen Diuretikums ab.

Zu den verschiedenen Nebenwirkungen, die sich bei Diuretikagebrauch einstellen können, zählt zunächst ein Salzmangel aufgrund der Ausscheidung von Mineralien. Außerdem kann eine diuretisch erzielte Wasserausschwemmung im menschlichen Körper zu einer Austrocknung (in der Medizin auch als sogenannte Exsikkose bezeichnet) führen.

Eine durch Diuretika erzielte Entwässerung mit einhergehendem Mineralstoffverlust kann sich darüber hinaus etwa in Hyponatriämie (Betroffene weisen beispielsweise Krampf- oder Verwirrtheitszustände auf) oder Hypokaliämie (Kaliummangel) ausdrücken.

Nicht zuletzt können diuretische Substanzen aufgrund verdickten Blutes zu niedrigem Blutdruck und einer erhöhten Thrombosegefahr führen.