Kaliumsparende Diuretika

Als kaliumsparende Diuretika werden solche Diuretika bezeichnet, deren Wirkung nicht mit einem Kaliumverlust des Organismus einhergeht. Die Einnahme kaliumsparender Diuretika führt vornehmlich zu einer Ausscheidung von Wasser und Natriumchlorid (Kochsalz).

Geschichte/ Entstehung/ Vertreter

Die Entwicklung kaliumsparender Diuretika in den 1960er Jahren war durch die Tatsache motiviert, dass bereits therapeutisch eingesetzte Schleifen- und Thiaziddiuretika zu einer unerwünschten Kaliumausscheidung führten. Durch den Einsatz kaliumsparender Diuretika sollte dieser Effekt vermieden werden.
Vertreter der diuretisch wirkenden Substanzen basieren auf zwei unterschiedlichen Wirkstoffgruppen. Als Beispiele für kaliumsparende Diuretika sind beispielsweise Eplerenon, Spironolacton, Triamteren, Hydrochlorothiazid und Amilorid zu nennen.

Wirkmechanismus

Ihre Wirkung entfalten kaliumsparende Diuretika durch ihre Rolle als Antagonist (Gegenspieler) des Hormons Aldosteron. Aldosteron, das im Volksmund auch als Dursthormon bekannt ist, wird durch den menschlichen Körper bei auftretendem Flüssigkeitsmangel auf vermehrte Weise ausgeschüttet, um die Flüssigkeitsausscheidung zu reduzieren. Kaliumsparende Diuretika sind nun in der Lage, sich an Aldosteronrezeptoren im Nierenbereich zu binden – anders als das Dursthormon selbst bewirken die diuretischen Substanzen aber eine gesteigerte Ausscheidung von Wasser und Natriumchlorid bei gleichzeitiger Drosselung der Kaliumabgabe.

Nebenwirkungen Kaliumsparender Diuretika

Aufgrund einer durch kaliumsparende Diuretika erzielten Hemmung der Kaliumausscheidung durch den Organismus können sich bei fehlender medizinischer Überwachung beispielsweise Zustände der Hyperkaliämie (eine erhöhte Kaliumkonzentration im Blut) einstellen, die im Einzelfall einen lebensgefährdenden Verlauf nehmen.

Ein Einsatz kaliumsparender Diuretika kann im Rahmen der Therapie von Bluthochdruck indiziert sein.

Ein Einsatz kaliumsparender Diuretika kann im Rahmen der Therapie von Bluthochdruck indiziert sein.

Verschiedene Formen kaliumsparender Diuretika können darüber hinaus einen Mangel von Folsäure (ein durch den menschlichen Organismus benötigtes Vitamin) oder die Ausbildung von Nierensteinen begünstigen. Bei längerfristiger Einnahme kaliumsparender diuretischer Arzneimittel kann bei Patienten eine sogenannte metabolische Azidose auftreten – hierbei handelt es sich um einen Übersäuerungszustand des Körpers, der durch Stoffwechselprozesse verursacht wird.

Wechselwirkungen

Wird eine Arzneimittelgabe kaliumsparender diuretischer Wirkstoffe mit der Verabreichung verschiedener weiterer Medikamente kombiniert, so können sich Wechselwirkungen einstellen. Bei Kombination mit sogenannten ACE-Hemmern oder Beta-Blockern (Medikamente, die beispielsweise der Behandlung von Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz dienen) kann sich bei Patienten beispielsweise das Hyperkaliämierisiko erhöhen. Zu den weiteren möglichen Wechselwirkungen zählt darüber hinaus das Auftreten eines akutes Nierenversagen.

Indikation für kaliumsparende Diuretika

Ein Einsatz kaliumsparender Entwässerungsmittel kann unter anderem im Rahmen der Therapie von Bluthochdruck, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Ödemen, Kaliummangel und Leberzirrhose indiziert sein. Zu den weiteren Erkrankungen, die mithilfe kaliumsparender Diuretika zu behandeln sind, zählen etwa verschiedene Formen des Hyperaldosteronismus (eine übermäßige körpereigene Bildung von Aldosteron).

Aufgrund der beschränkten Wirksamkeit einiger Formen kaliumsparender Diuretika kommen Letztere nicht selten in Kombination mit Schleifendiuretika, Thiaziddiuretika oder auf Pflanzen basierenden Substanzen des entsprechenden Wirkungsspektrums zum Einsatz.