Thiaziddiuretika

So wie Schleifendiuretika, kaliumsparende Diuretika und entsprechende auf Pflanzen basierende Wirkstoffe zählen Thiaziddiuretika zu der Gruppe entwässernder Substanzen. Gelegentlich werden Thiaziddiuretika auch kurz als Thiazide bezeichnet.

Wirkungsmechanismen/ Vertreter

Die Auswirkungen von Thiaziddiuretika betreffen vornehmlich das sogenannte Nephron als Nierenanteil. Die diuretischen Wirkstoffe erzielen im Organismus unter anderem eine Hemmung des Natrium-Transportes, welche sich in der Folge durch eine gesteigerte Natriumausscheidung ausdrückt. Auf indirektem Weg sind Thiazide darüber hinaus in der Lage, blutdrucksenkende Effekte auszuüben.

Zu den Vertretern der Thiaziddiuretika zählen chemische Substanzen mit oder ohne (auch Thiazidanaloga genannt) Benzothiadiazin-Ring. Als Thiazide im engeren Sinne sind in diesem Kontext unter anderem die Substanzen Hydrochlorothiazid, Chlorothiazid, Methylclothiazid, Benzthiazid sowie Polythiazid aufzuführen. Zu den Thiazidanaloga zählen etwa Chlortalidon, Indapamid, Mefrusid und Clopamid.

Nebenwirkungen von Thiaziddiuretika

Da der Einsatz von Thiaziddiuretika im menschlichen Körper zu einer Abnahme von Natrium- und Kaliumionen führt, kann sich unter der Wirkstoffgabe gelegentlich ein Mangel an entsprechenden Mineralien einstellen. Da dieser Umstand bei Betroffenen einen gesundheitsgefährdenden Anstieg des pH-Wertes des Blutes nach sich ziehen kann, stellen sich nicht selten regelmäßige Blutuntersuchungen als medizinisch sinnvoll dar.

Ein Hautausschlag kann Nebenwirkung von Thiaziddiuretika sein.

Ein Hautausschlag kann Nebenwirkung von Thiaziddiuretika sein.

Besonders bei weiblichen Patienten höheren Lebensalters kann eine Einnahme von Thiaziddiuretika zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut führen. Zu den weiteren möglichen Nebenwirkungen der Wirkstoffe zählen beispielsweise eine Abnahme der Glukosetoleranz des Organismus, ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, Hautausschläge aufgrund allergischer Reaktionen sowie Beeinträchtigungen des Fettstoffwechsels.
Selten auftretende schwere Nebenwirkungen erstrecken sich etwa über Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) sowie Gicht.

Wechselwirkungen von Thiaziddiuretika

Unter Einnahme diuretischer Wirkstoffe in Form von Thiaziddiuretika können sich unerwünschte Wechselwirkungen mit parallel erfolgender Medikation einstellen. So ist es beispielsweise möglich, dass dieses Diuretika die Wirkung von Antirheumatika auf nichtsteroidaler Basis (wie beispielsweise die Substanz Acetylsalicylsäure) beeinflussen.

Auch das Wirkungspotenzial von Lithium, einem Psychopharmakum, das unter anderem zur Behandlung depressiver Erkrankungen eingesetzt wird, kann durch eine parallele Gabe der diuretischen Wirkstoffe beeinträchtigt werden. Weitere Wechselwirkungen sind beispielsweise mit Digoxin (einer aus dem Fingerhut gewonnenen Substanz, die sich vornehmlich auf den Herzmuskel auswirkt), Fluconazol (zur therapeutischen Behandlung von Pilzinfektionen) und Dofetilid (ein Arzneimittel, das bei Vorhofflimmern oder -flattern des Herzens zum Einsatz kommen kann) möglich.

Anwendungsgebiete von Thiaziddiuretika

Die medizinische Anwendung von Thiaziddiuretika erstreckt sich vor allem über die Behandlung chronisch vorliegender Herzschwächen sowie Bluthochdruck. Auch chronische Ödemformen kardialer oder renaler Art sowie Nierensteine aufgrund eines erhöhten Kalziumspiegels im Harn können mithilfe der diuretischen Wirkstoffe bekämpft werden.

Des Weiteren profitieren Patienten, die unter einer, von der Niere ausgehenden Form der Erkrankung Diabetes insipidus leiden, vom Einsatz der Thiaziddiuretika.